Schnuppe
   

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Anita war spannend.
Anita war klasse.
Doch nur ihr Avatar bleibt.
Sie läuft in andrer Gasse.

Als Gestalt, die nur wir
beide wiedererkennen
geistert sie nun
durch gemeinsame Szenen.

Sie ist nicht zu sprechen -
nur ihr Computer-Ersatz.
Bei Live-Konzerten bekommt
eine andre Frau ihren Platz.

Das sind die neuen Zeiten
mit Trump und Fake und Gesetzen,
die uns nahe legen, Menschen
durch Kunstwesen zu ersetzen.

Anita bot Kunst.
Anita hatte Stil.
Doch viel Gegensatz blieb.
Aus ist das Spiel
 

Anita Schnuppe ist ein Software-Engel. Ab 2026 singt da der Komponist, Chris Mennel. Im Hintergrund hat es Anita durchaus gegeben, also die Frau hat Gesicht, Körper und Stimme. Aber sie ist gegangen, wie wir das von Scheidungen kennen. Sie ist nicht damit einverstanden, dass sie hier mit Echtnamen genannt wird und mit Original-Stimme singt. Live klappen Anita-Schnuppe-Songs durchaus, aber halt mit einer Gast-Sängerin. Manche Bands, z.B. "Visions of Atlantis", wechseln ja fast schon pro Platte die Frau. Der Computer rettet die Lage und erfindet eine geduldige Avatarin.
 

Anita Schnuppe ist ein Phantom-Weib.
Sie hat einen Phantom-Leib.
Sie hat eine tolle Stimme,
mit der ich den Frauen-Thron erklimme -
ich, der Komponist,
der zunächst ein Sänger ist.

Ich bin eher straight als queer.
Aber bei Bedarf lock ich die Frau in mir.
Wie Peter Alexander in "Charleys Tante",
wie Monthy Python und die New York Dolls
style ich mich als Frau - jawoll, was soll´s.

Halb wahres Leben, halb Software-Puppe
singt sie mit mir: Anita Schnuppe.